Wildkatze im Grünen

Wildkatzen

Wir sind keine Wildkatzen
Kleines Kitten

Die Verwechslungsgefahr zwischen Europäischer Wildkatze und getigerter Straßenkatze ist sehr hoch, da sie sich optisch zum Verwechseln ähnlich sind. Allerdings sind es zwei verschiedene Katzenarten.

Erwachsene Wildkatzen sind beispielsweise größer und haben einen breiteren Kopf. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der buschige Schwanz mit dunklen Ringen und die auffälligen weißen Schnurrhaare. Durch ihr langes, dichtes Fell wirken Wildkatzen außerdem kräftiger. Sicher unterscheiden lassen sich beide Katzenarten aber nur mit einer genetischen Untersuchung.

Wildkatzen bewahren ihre natürlichen Instinkte und Verhaltensweisen, die sie für ein Leben in der freien Wildbahn benötigen. Anders als Straßenkatzen stammen Wildkatzen nicht von einer domestizierten Katze ab, sind damit nicht auf menschliche Hilfe angewiesen und auch nicht zähmbar. Straßenkatzen sind normale Hauskatzen, die anders als Wildkatzen nicht für ein Leben in der freien Wildbahn gerüstet sind. Daher hat der Mensch ihnen gegenüber eine Sorgfaltspflicht.

>> Straßenkatzen sind keine Wildkatzen <<
 

Die Wildkatze

Im späten 19. Jahrhundert war die Europäische Wildkatze in Deutschland fast ausgerottet. Durch umfangreiche Artenschutzprogramme und konsequente Schutzmaßnahmen konnte sich die Population langsam erholen. Heute gibt es zum Glück wieder über 6.000 dieser Tiere in unserem Land. Trotzdem sind Europäische Wildkatzen immer noch zahlreichen Gefahren ausgesetzt, wie dem tödlichen Straßenverkehr, der Zerstörung ihrer Lebensräume und der genetischen Verarmung durch isolierte Populationen.

Die Europäische Wildkatze führt ein zurückgezogenes Leben. Viele Menschen wissen daher gar nicht, dass sie existiert. Wildkatzen leben versteckt in großen Laubmischwäldern und ähneln auf den ersten Blick Hauskatzen, insbesondere wenn es sich um Jungtiere handelt, die anhand äußerer Merkmale nicht sicher von Hauskatzen unterschieden werden können.  Aus guter Absicht heraus kommt es oft vor, dass gefundene junge Wildkatzen mitgenommen werden, während die Wildkatzenmutter gerade auf Beutejagd ist. Die Tiere werden dann in Tierheimen oder Tierarztpraxen abgegeben. Die Folgen dieser Verwechslung können tödlich enden, da der Stress und die Ansteckungsgefahr für die Wildkatzen in Tierheimen und Tierarztpraxen sehr hoch ist.
 

Tipp

Wenn Du ein vermeintlich verlassenes Kätzchen im Wald findest, beobachte sie für einige Zeit und warte, ob das Muttertier zurückkehrt. Wenn Du nicht so lange warten kannst, merke Dir die Fundstelle und schaue nach maximal zwölf Stunden wieder nach. Wird die Jungkatze immer noch nicht versorgt, informiere das Ordnungsamt oder einen Tierschutzverein. Als erste und einfachste Faustregel gilt: Graugetigerte Katzenjunge bitte im Wald lassen.

Wildkatze im Grünen

Erfahre hier mehr über den scheuen Eroberer und hier mehr über Wildkatzen, die im Tierheim landen.

Mitmachen